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Die Jahreszeiten wechseln die Farben
Märchenbilder umgeistern mich
Aus Neonnächten silberglänzende Engel —
Seit ich jung war mit dir
Seh' ich mich wieder:
Die Narben vergangener Jahre
Wie Runzeln unter der Haut
Zu vieles abgehakt und zu wenig
Verstanden
Zu weniges bedacht und zu vieles
In Schwebe belassen
Ich glaube nicht einmal mehr
Was mir vor Augen steht.
Hinter dem Spiegel der Bar
Zwischen Whiskyflaschen
Dieses Gesicht
Der Schnurrbart schwappt über die Lippen
Der Backenzahn wackelt bedenklich
Die Silberschnalle am Gürtel
Schwarz geworden
Erinnert nur noch von fern
An die Broncos aus wilderen Zeiten
Die Eidechse hat den Garten verlassen
Zu nass der Sommer
Zu kühl der Stein
Zu ausgewaschen die Schrift
Und glaubte doch, manches zu können:
Ein Motorrad zu fahren
Ein Gedicht zu schreiben
Eine Frau zu befriedigen
Doch wer nicht weglaufen kann
Wenn die Bullen kommen
Für den ist es Zeit
Eine Zahnprothese zu tragen und
Den Schwanz einzuziehn
Altsein ist scheisse
Wer jung ist, weiss das genau.
Seit ich jung war mit dir
Rede ich wieder und
Regen fällt in die Gärten
Die Schnecken verlassen ihre Verstecke
Tummeln sich auf den Schleimspuren
Fressen das junge Gras und
Das faulende Holz leuchtet fahl
Füllt den Bildschirm
Mit einem flirrend grünen
Hexen-Einmaleins:
Vier ist hundert
Achtzehn ist eintausendzehn
Und die Zehn steht für zwei —
Seit ich jung war mit dir
Weiss ich es wieder:
Wir sind in Neonnächten
Silbergländende Engel.
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