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Florian Vetsch

 

Die Spur des Engels


 

Der Engel quetschte sich zwischen der Feuerleiter
& der schmutzigen Wand ins Graffiti, stieg auf
& stürzte durch die Schluchten der Gezeiten
Er schüttelte die Flügel, schauderte
Als er an Phöniziens Sandstrand
Aus dem Ozean trat. Der Morgen graute

Den Engel decken die Fluten der Gezeiten
Seine Funken mischen sich in Betten, entspringen
Hospitälern & verstreuten Landhäusern
Lümmeln durch Züge, Flüge
Strassenfluchten, über Kreuzungen, auf Landwegen
Lungern in Pärken, gerinnen zu Schläfern
So nimmt die Finsternis das Licht auf

Wie schon immer fehlen die Scintillae oft
Gerade am Görlitzer Bahnhof, im Regierungsviertel
Von Damaskus, in Kaliforniens Filmstudios ...
Doch mitunter ahnst du ihr Glosen
Spürst ihren erschöpften Atem
Riechst ihren verwergten Amber
Siehst ihre lächerliche Einfalt

 

 


Und noch ein Engelgedicht — dieses von Florian Vetsch, geboren 1960 in Buchs, lebt in St. Gallen. Seit vielen Jahren ist er Beiträger der orte-Poesie-Agenda. Florian Vetsch veröffentlichte Gedichte, Essays, Anthologien und Übersetzungen. Zuletzt erschien sein amerikanisches Tagebuch "Im Ledig House - Ein Frühling in New York" (Books Ex Oriente, München 2012). Das Gedicht "Die Spur des Engels" stammt aus: Claire Plassard & Florian Vetsch: Steinwürfe ins Lichtaug - ein Gedichtzyklus. Moloko Print. Pretzien September 2014.


"Gedicht der Woche"-Auswahl von Irene Bosshart, Mitarbeiterin orte-Verlag und Schweizer Literaturzeitschrift orte.