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Claus Bremer

Farbe bekennen
Mein Weg durch die konkrete Poesie

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69 Seiten
ISBN 3-85830-021-7
CHF 20.-
EUR 11.40

Er war einer der Erfinder der konkreten Poesie. Einer freilich, der glasklar analysierte, warum er konkrete Poesie schrieb, und warum er es später nicht mehr tat. Dieses Buch ist somit ein Bekenntnisbuch, gleichzeitig aber auch, obwohl Claus Bremer Lehrer nicht ausstehen mochte, ein Buch, das dem Leser zeigt, wie er selbst konkrete Gedichte schreiben könnte, falls er, wie etliche Werbefritzen vor ihm, dazu Lust verspürte. Bremer zu seiner (früheren) Technik des Schreibens: "Was heute sich anhört oder liest wie die hohe Schule des Kneifens, des Sich-dünn-Machens, des Meidens von Antworten, hat mir Freude gemacht. Gebilde zu schaffen, in denen möglichst viele sich spiegeln können, ist für mich bis Mitte der sechziger Jahre poetische Entnazifizierung gewesen, Versuch, die Diktatur des Ich in der Poesie zu brechen."
Dann aber, bald mal, wurde diese Art von Poesie, nach dem Krieg als Reaktion auf all die widerwärtigen Nationalismen entstanden, ebenfalls von der Werbung vereinnahmt. Bremer erkannt dies früh; und in seinem Essay feiert er deshalb nicht nur die Gomringers, Roths, Sophie Taeubers und Spoerris, er bekennt ebenso, aus welchen Motiven er sich heute der Neuen Sensibilität der Amerikaner (und Deutschen) angenähert hat. Weshalb da einer schreibt und aufhört und lernt und wieder schreibt, wird durchgängig transparent. Bremer, der sich wandelnde, wandelt uns selber; und die Ahnung, dass Dichtende Poesie endlich nicht nur schreiben, sondern sie leben, deutet auf Ufer hin, von denen wir bislang nur träumten.