|
"Rolf
Hörler ist", wie es Egon Wilhelm einmal gesagt hat,
"ein Mensch der Tradition, der Form, der Ordnung." Aber
gleichzeitig scheut er sich nicht, in spontanem Aufruhr den Augenblick
ins Gedicht umzusetzen. Die hier vorliegenden Gedichte von Rolf
Hörler sind sowohl an "Abenden fern aller Geschwätzigkeit",
wie auch in Wirtschaften, Bahnhöfen, auf Reisen und Fahrten
entstanden. Und immer wieder, weit mehr noch als in früheren
Texten, kommt darin die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit
zu Wort. Wir sind nicht verloren, solange wir leben, und "Hilfe
kommt vielleicht" wirklich "aus Biberbrugg". So
sind Hörlers Gedichte Aufrufe, leise, aber bestimmte, die
uns verbleibende Zeit zu nutzen. Auf die naive Missachtung dieser
Forderung reagiert Hörler denn auch zeitweise mit der Aggressivität
des Selbst-Bedrohten: "Begreift es endlich, was es heisst,
wenn einer sagt: Ich bin."
|