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Als
im Mai 1983 die in Zürichs Altstadt lebende Vera Piller,
keine 34 Jahre alt, bei einem tragischen Unfall in ihrer Wohnung
starb, war erst ein Teil ihrer Lyrik an die Öffentlichkeit
gedrungen. Doch schon dieser hatte aufhorchen lassen: Rolf Thut,
ihr erster Verleger, schrieb, Vera Piller habe in Gedichten und
Texten "nach einer neuen, revolutionären Schönheit
der Welt und des Lebens" gesucht, die einen "tragfähigeren
Grund bietet als manch kurzatmiges Engagement". Und weiter:
Die Gedichte dieser Frau "gehören zum Besten und Wahrhaftigsten,
was ihre Generation hervorgebracht hat." Tatsächlich:
Vera Pillers Texte fesseln noch heute durch ihre poetische Kraft.
Zugleich sind sie eindrückliche Zeugnisse eines schwierigen
Frauenlebens und geradezu seismographische Mitschriften der Zeitstimmung
in den wichtigen Umbruchjahren um 1980.
Zum ersten
Mal legt der orte-Verlag nun das Werk der Dichterin in einer vollständigen
Ausgabe vor. Der erste Band "Im Sonnenausverkauf den besten
Strahl erwischen" enthält ihre Lyrik; der zweite unter
dem Titel "Goldfische" mit ihren Theater- und Prosa-Arbeiten
erscheint im Herbst 2006.
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