|
|
Barbara
Traber und Virgilio Masciadri haben die schöne, aber schwierige
Aufgabe bekommen, fünf Schweizer Lyrikerinnen aus verschiedenen
Generationen auszuwählen und in dieser orte-Nummer vorzustellen.
So unterschiedlich die Themen sind, über die sie mit der
ganzen Skala von ihnen zur Verfügung stehenden Formen und
Gefühlen Gedichte machen allen Poetinnen ist ein bewusster,
behutsamer, respektvoller, oft zärtlicher Umgang mit Sprache,
ihrem Ausdrucksmittel, eigen. Das Verhältnis zum Wort, zu
Wörtern, zur besondern Sprache der Lyrik, kommt häufig
auch in ihren Gedichten vor.
Erika Burkart,
Mariella Mehr, Christine Fischer, Sabine Reber und Nathalie Schmid
wurden gebeten, zu verraten, wie sie zum Gedicht gekommen sind
oder weshalb sie heute noch Lyrik schreiben. Es lohnt, die Beiträge
in dieser orte-Nummer zu lesen und mitzuhören, mitzusprechen,
mitzudenken und mitzufühlen. Dann bleiben vermutlich einige
Gedichte oder auch nur die eine oder andere Verszeile an Ihren
Wimpern hängen, vielleicht für immer.
Ausserdem
stellen wir einen Text aus einem Land vor, von dem wir vor lauter
politischen Schlagzeilen oft vergessen, dass es auch ein sehr
lebendiges Kulturleben hat. Der Iranist und Übersetzer Tobias
Nünlist hat uns auf den persischen Schriftsteller Reza Jula'i
aufmerksam gemacht; in der Rubrik "Fund-orte" bringen
wir eine historische, dem magischen Realismus zugehörige
Erzählung dieses in seiner Heimat schon sehr bekannten Autors.
Und Werner Bucher macht Sie mit dem deutschen Lyriker Maximilian
Zander bekannt, der als Professor für Chemie gearbeitet hat
und für uns eine Entdeckung ist.
|